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Der Ringlose Butterpilz als Birkenbegleiter Von Reinhard Geiter, www.pilzalbum.de Jeder der sich näher
mit Pilzen beschäftigt, kennt aus eigener Erfahrung die
Tatsache, dass einige Pilze nur in definierten Habitaten zu finden
sind. Das heißt, dass bestimmte Pilze nur bei bestimmten
Bäumen bzw. in bestimmten Waldgesellschaften aufgefunden
werden. Es wird niemand auf die Idee kommen beispielsweise den
Goldröhrling, Suillus grevillei, in reinen
Laubwäldern bzw. den Steinpilz, Boletus edulis,
in Trockenrasengesellschaften zu suchen. Als ich am 30.10.2002 in einem
aufgelassenen Kalksteinbruch bei Atzendorf, MTB 4135/2,
(Sachsen-Anhalt), nach Geoglossum-Arten suchte,
traute ich meinen Augen nicht. Unter einer Birke (Betula
pendula) fand ich einen Schmierröhrling, den ich
später als Suillus collinitus bestimmte.
Gerade die Gattung Suillus gilt als absolut an
Koniferen gebunden. Meist ist die Gattung Pinus der
Symbiosepartner, aber auch Tanne (Abies) und Fichte (Picea)
sind als Partner bekannt. Die Pilze wuchsen in Zeilen
und kleinen Gruppen. Es wurden ca. 30 Fruchtkörper
festgestellt. Alle Bestimmungsmerkmale - in der mir
zugänglichen Literatur - passen . Folgende Pflanzenarten wurden
notiert: Die Birken sind etwa 25 Jahre alt und bei den Pappeln handelt es sich um etwa 5-jährigen Jungwuchs. An Makromyceten fruktifizierten in unmittelbarer Nachbarschaft Hebeloma muss noch bestimmt werden) und Tricholoma argyraceum. Dazu noch eine Literaturangabe zu einem Fund von Suillus collinitus unter Laubbäumen: Ricek (1989: 142) berichtet von einem Vorkommen des Ringlosen Butterpilzes in einem reinen Buchenwald, der über mehrere Jahre hinweg verfolgt werden konnte, bevor durch Wegebaumaßnahmen das Mycel zerstört wurde. Da Schmierröhrlinge auch mit Jungbäumen assoziiert sein können, ist bei allen vermeintlich „nadelholzfreien“ Funden genauestens auch auf Jungbäume zu achten. Die potentiellen Baumpartner können durchaus über 20 m entfernt stehen. An Freiflächen wie auf Wiesen sind deutlich größere Abstände denkbar. Einerseits können Baumwurzeln sehr weit reichen, andererseits haben insbesondere Röhrlinge hoch entwickelte und weit reichende Rhizomorphen, die den Nährstofftransport von und zur Wurzel auch über längere Entfernungen ermöglicht. Im vorliegenden Fall hat aber auch eine angestrengte Suche keine einzige Konifere finden lassen. Es kann also davon ausgegangen werden, dass es sich hier tatsächlich um eine Verbindung von Suillus collinitus mit einem Laubbaum handelt. Der endgültige Beweis durch Nachweis der Mykorrhiza muss allerdings erst noch erbracht werden. Literatur: |