Lingzhi - Aufklärung der Heilwirkung

Yarong Xiao, Marburg 

Öffentliche Antwort auf die von Herrn Dr. Kell, Rostock, gestellte Frage:

„Was steckt hinter dem Reishi-Pilz?“ Heft 4/96, Seite 28

Lingzhi, (Ganoderma lucidum) ist eine der bedeutendsten Heilpflanzen in der Apotheke der traditio­nellen chinesischen Medizin. Dieser Pilz wird seit Tausenden von Jahren in China und Japan aufgrund seiner vielfältigen Heilwirkungen ununterbrochen hoch geschätzt. Da er aber auch in Asien nicht als Massenpilz auftritt, war er sehr lange Zeit nur Kaisern, Adligen und Hohenpriestern vorbehalten. Für das einfache Volk ist Lingzhi und dessen heilenden Wirkungen nur in zahlreichen Geschichten, Erzählungen und Märchen bekannt geworden. Eine der bekanntesten ist die Geschichte der weißen Schlange. Das „göttliche Heilkraut“ kann seit ca. 20 Jahren organisch streng kontrolliert angepflanzt werden und ist somit endlich auch für jedermann erschwinglich.

Sein Chinesischer Name ist „LINGZHI“ (Deutsch gesprochen = Ling-se) Die Bezeichnung „Reishi“ stammt aus dem Japanischen.

In der traditionellen chinesischen Medizin werden Kräuter und andere Pflanzen viel häufiger zur Heilung von Erkrankungen angewandt als in Europa. Es ist daher nicht verwunderlich, daß Herr Dr. Kell in schul­medizinischen Büchern keinen Hinweis auf die Verwendung von Ganoderma lucidum finden konnte. 

Der Pilz Lingzhi wird in China und Japan in den letzten zwei Jahrzehnten intensiv erforscht. In China wird seit über dreitausend Jahren dieser Pilz zur Heilung eingesetzt.

Pharmakologische Analysen zeigen, daß Lingzhi sich u.a. aus folgenden Substanzen zusammensetzt: Ergosterol, Lysozym, saurer Protease, verschiedene Proteine, Aminosäuren, Polypeptide, Saccharide, Sterole, Lactone, Alkaloide, Polysaccharide, Phenole, Triterpenoide, Mannitole, Vitamin B1, B2, B6, E, Cumarin und verschiedene Spurenelemente. Den in Lingzhi enthal­tenen Triterpenoide, sogenannte ganoderische Säuren, wird die Wirkungen der Absenkung des Choles­terinspiegels und hohen Blutdrucks sowie eine Wirkung gegen Allergien zugeschrieben, während Adenosin eine Blutge­fäßerweiterung und Hemmung der Thrombozyten­aggregation bewirkt Polysaccharide wirken immun­systemstärkend und hemmen das Wachstum von Tumoren. 

Zu den pharmakologisch nachweisbaren Wirkungen des Lingzhi gehört: 
1.-eine zentralnervöse Schmerzhemmung
2.-eine peripher cholinerge Wirkung auf das vegetative Nervensystem; 
3.-
eine husten- und schleimlösende Wirkung auf die Atemwege sowie Linderung bei chron. Bronchitis
4.-Entgiftung- und Schutz der Leberzellen 
5 -eine fördernde Wirkung auf die glatte Muskulatur von Gebärmutter und Magen-Darmtrakt; 
6.-Wirkung auf die endokrinen Drüsen und deren Metabolismus; 
7.-die Dämpfung allergische Reaktionen,
8.-das er vor schädlichen Strahlenschäden (z.B. Röntgenstrahlen) schützt.
9.-Stärkung des Herzmuskels und Förderung der koronaren Durchblutung 

Klinische Studien belegen, daß folgende Krankheiten und Symtome mit Lingzhi günstig beeinflußt werden können:
1) Krebs
2) koronare Herzkrankheit und Hyperlipidämie
3) Allergien
4) chron. Bronchitis
5) Hepatitis
6) Neurasthenien, Schlaflosigkeit, Arrythmien, Leukopenien, progressive Muskeldystrophien, atrophi­sche Myotonie und überschüssige Knochenbildung. 

Lingzhi dient als ein Heilmittel zur Stärkung des allgemeinen Gesundheitszustandes. Umfangreiche schulmedizinische und molekular­biologische Forschungen in den letzten Jahren in China, Japan, Korea, Europa und USA an Menschen und Tieren entdeckten aber weitere verblüffende Wirkungen des Lingzhi, die in der traditionellen chinesischen Medizin noch nicht so beschrieben waren. Um nur einige zu erwähnen, es wurde z.B. festgestellt, daß Lingzhi vorbeugend gegen Lungenkrebs wirkt. Es ist nachgewiesen, daß Lingzhi sympathikolytisch wirkt und dadurch den Blutdruck senkt. Weitere Forschungen zeigen, daß Lingzhi die Thrombozytenaggregation bei atherosklerotischen Krankheiten mindert und die Immunaktivität bei Einfluß von Gammastrahlung erhöht; Lingzhi wirkt präventiv gegen Allergien. 

Die in den letzten 20 Jahren eingesetzten Forschungen haben dazu beigetragen, daß die empirisch nachweisbaren medizinischen Wirkungen von Lingzhi in der traditionellen chinesischen Medizin einzelnen pharmakologischen Bestandteilen zugeordnet werden können. Diese Forschungsergebnisse werden z. Zt. klinisch erprobt, insbesondere werden Einsatzmöglichkeiten in der Tumortherapie getestet. Lingzhi zeigt keine Nebenwirkung. Diese Ergebnisse sind ermutigend, da Schulmediziner die Wirkung gerne pharmakologisch begründet sehen. Es ist sehr wahrscheinlich, daß noch weitere pharmakologisch nützliche Subtanzen und Heilwirkungen in Lingzhi entdeckt werden.  

Derzeit werden in Japan und den USA wissenschaftliche Untersuchungen erstellt über die Wirksamkeit von Lingzhi bei Immunschwäche, chronisches Müdigkeitssyndrom, AIDS, Diabetes, Leberer­kran­kungen, Asthma und Arthritis. 

Die japanische Regierung empfiehlt Lingzhi als offizielles Begleitmedikament in der Krebstherapie. 

Lingzhi ist seit einiger Zeit auch in Deutschland, überwiegend in Form von Granulat-Extrakten, erhältlich.

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